Ohne Thurgau kein Antrieb in der Formel 1
Gut, ganz ehrlich: Den Motor eines Formel-1-Boliden bauen andere. Aber dass so ein Auto bei Tempo 300 auf den Tausendstelmillimeter genau ums Eck kommt, dafür sorgt Präzision aus dem Thurgau. Humbel Zahnräder AG in Kradolf fertigt Zahnräder und Antriebslösungen für den Spitzenmotorsport.
Wo Tausendstel über Zehntel entscheiden
In der Formel 1 entscheidet die Lenkung über Rundenzeiten. Für einen Formel-1-Boliden fertigt Humbel eine variable Lenkstange aus Titan – eine Zahnstange, deren Übersetzung sich stufenlos verändert: geradeaus kraftschonend, im Einlenken blitzdirekt. Gefertigt wird sie algorithmusgestützt, Tausendstelmillimeter für Tausendstelmillimeter. Klingt nach Haarspalterei? Genau diese Tausendstel sind im Rennsport der Unterschied zwischen Pole und zweiter Reihe.
Erst Weltmeister, dann ab in den Himmel
Humbel ist seit Jahren Partner von Porsche Motorsport. Die Antriebskomponenten aus Kradolf steckten im Auto, das 2024 mit Pascal Wehrlein den Weltmeistertitel der Formel E holte – der rein elektrischen Königsklasse. Und dieselbe Präzision hebt inzwischen ab: Mit der Luftfahrt-Zertifizierung EN/AS 9100 liefert Humbel sein Können neuerdings auch in die Luft- und Raumfahrt. Vom Rennwagen in den Himmel – die Zahnräder bleiben aus dem Thurgau.
Die Humbel Zahnräder AG ist ein echter Hidden Champion des Kanton Thurgaus: Rund 400 Mitarbeitende entwickeln und fertigen hochpräzise Zahnräder und Antriebslösungen und sorgen dafür, dass Formel-1-Rennwagen, Kraftwerke, Züge, Schiffe, Triebwerke und Förderanlagen zuverlässig funktionieren – oft unsichtbar, aber unverzichtbar. Die Humbel Gruppe ist mit Entwicklungs- und Produktionsstandorten in der Schweiz, Tschechien und Rumänien international aufgestellt – mit dem Hauptsitz in Kradolf.